NEWS AUS DER BRANCHE

HERSTELLER
GN Hearing: Zwei neue Modelle mit hoher Leistungsfähigkeit
GN Hearing hat das ReSound Enzo Core sowie das Beltone Boost SP vorgestellt. »Eine neue Lösung mit geringer Zuzahlung für besseres Hören bei schwerem und hochgradigem Hörverlust«, heißt es dazu in einer Meldung aus Münster.
Beide Geräte bieten141 dB Ausgangsschalldruck und werden mit einer 675er Batterie betrieben. Als »besonderes Plus« führt Rabea Westphal, Leiterin Produktmanagement DACH bei GN, für das Enzo Core DFS Ultra III an, die »Rückkopplungen extrem schnell« auslösche. Zudem bieten alle ReSound-Enzo-Core-Geräte direktes Streaming über MFi und ASHA an. Verfügbar ist ReSound Enzo Core ab Technikstufe 3, das Beltone Boost SP gibt es hingegen in den Technikstufen 2, 3 und 4.

HERSTELLER
10 Jahre Signia – erste Keynote im Jubiläumsjahr
Signia feiert in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen. »Eine Dekade voller Innovationen für besseres Hören«, heißt es entsprechend in einer aktuellen Mitteilung aus Erlangen. Den Auftakt der Feierlichkeiten markierte die erste Signia Keynote 2026 am 2. März.
»Fünf Plattformen in zehn Jahren – mit den meisten Patenten im Markt – stehen für die Innovationskraft unseres Entwicklungsstandorts Erlangen,« betont Signia Geschäftsführer Tobias Wiedmann. »Mit konsequentem Fokus auf Akkutechnologie, einzigartigen, consumer-orientierten Bauformen und audiologischen Meilensteinen, von e2e über Own Voice Processing bis zum Multi-Beamformer, die unseren audiologischen Vorsprung bei Gruppengesprächen unterstrichen haben.«
Das Erbe Signias reicht bekanntlich bis zu Werner von Siemens zurück. Als der Erfinder, Elektroingenieur und spätere Industrielle 1878 einen Telefonhörer entwickelte, mit dem auch schwerhörige Menschen besser hören konnten, legte er einen Grundstein für die Entwicklung von Hörhilfen. 138 Jahre später wurde dann aus Siemens Audiology Solutions beziehungsweise Siemens Audiologische Technik die Marke Signia.
Der Austritt der Hörgeräte-Sparte aus dem Siemens-Konzern erfolgte 2015. Seitdem firmiert das, was einst die SAT war, mit den Marken Signia, Audio Service oder Rexton eigenständig als Sivantos. 2016 erfolgte der Start der Marke Signia, 2019 fusionierte Sivantos mit Widex zu WS Audiology.
Dabei beschreitet Signia seit 2016 einen Weg, auf dem sich die Marke nicht nur als Hersteller etabliert, sondern sich auch konsequent als »Partner der Branche« positioniert hat. Neben Produkten geht es in Erlangen auch um Beratungskonzepte wie die »Brand Experience«, persönliche Trainingsangebote oder die mittlerweile mehrfach ausgezeichnete eLearning-Plattform »Be Brillant Lab«. Der Markt honorierte das Engagement in der jüngsten Kundenzufriedenheitsumfrage des Herstellerverbandes BVHI mit Spitzenbewertungen in mehreren Kategorien, darunter auch in der Top-Kategorie »Bevorzugter Partner« sowie für »Schulungen« und Marketing- und Verkaufsunterstützung.
»Dieser Erfolg entstand nicht isoliert, sondern in Partnerschaft mit dem unabhängigen Fachhandel«, betont Marco Küchler, Head of Marketing bei Signia Deutschland. Für das Jubiläumsjahr lanciert Signia nun die »groß angelegte Kampagne >Colors of Us<«, mit welcher der Hersteller »gezielt die Mitglieder des unabhängigen Fachhandels in den Mittelpunkt« stellen will. »Die Jubiläumskampagne ist eine Neuinterpretation der ersten Signia-Kampagne von 2016, die auf besondere Weise Sichtbarkeit für unsere Partner und Partnerinnen bringt. Denn wir schneiden alle Werbemittel individuell auf die teilnehmenden Kunden zu. Mit Foto, Kontaktdaten und Markenidentität. So erhalten unsere Partner eine starke Endkundenansprache, die nicht abstrakt bleibt – sondern Menschen konkret zu ihnen ins Fachgeschäft führt«, erläutert Marco Küchler.
Vorgestellt wurde die Kampagne im Rahmen der Keynote vom 2. März. Neben der Präsentation von »Colors of Us« nutze Signia die Keynote außerdem für eine Erweiterung des Produktportfolios. So sind die Insio-Charge&Go IX-Geräte nun auch in den Essential-Leistungsklassen 2IX und 1IX bestellbar.
Darüber hinaus kündigt Signia weitere Highlights für das Jubiläumsjahr an. »Das nächste Produkthighlight steht schon in den Startlöchern. Modern und außergewöhnlich im Design, stark in der Technologie«, kündigt Geschäftsführer Tobias Wiedmann an. Und fügt hinzu: »Freuen Sie sich in unserem Jubiläumsjahr außerdem auf weitere bahnbrechende Highlights und Überraschungen, die wir für Sie bereithalten.«

AUSZEICHNUNGEN
Graeme Clark mit Queen Elizabeth Prize for Engineering geehrt
Professor Graeme Clark (90) hat den Queen Elizabeth Prize for Engineering erhalten. Der Australier erhielt die Auszeichnung, mit der Konzeptionen und Entwicklungen moderner neuronaler Schnittstellen, die menschliche Funktionen wiederherstellen, gewürdigt werden, für seine Verdienste um die Entwicklung des Cochlea-Implantats. 1978 hatte Clark erstmals erfolgreich einen Patienten mit einem mehrkanaligen Cochlea-Implantat versorgt. Gemeinhin gilt der Australier als einer der Erfinder dieser Innenohrprothese. In die Welt getragen und auch immer weiterentwickelt wurde Clarks Entwicklung in der Folge von Cochlear. Durch Clarks Freundschaft zu Prof. Ernst Lehnhardt kam das Cochlea-Implantat bereits Mitte der 1980er-Jahre nach Deutschland.
Neben Graeme Clark wurden außerdem die CI-Pioniere Ingeborg und Erwin Hochmair sowie Blake Wilson mit dem Queen Elizabeth Prize for Engineering gewürdigt. »Das Team von Cochlear Deutschland beglückwünscht Professor Clark sowie alle weiteren CI-Pioniere zur Auszeichnung mit dem Queen Elizabeth Prize for Engineering«, so Frank Wagner, Vice President Cochlear Germany. »In den zurückliegenden Jahrzehnten hat die CI-Therapie hunderttausenden gehörlos geborenen Kindern und ertaubten Menschen jeden Alters ein Leben in der Welt des Hörens ermöglicht. Die bahnbrechende Pionierarbeit von Professor Graeme Clark steht nicht nur am Anfang der Erfolgsgeschichte von Cochlear, sie ist zugleich auch Ansporn und Verpflichtung für jeden von uns. Tag für Tag arbeiten wir daran, mit unseren innovativen Lösungen noch mehr Menschen zu einem deutlichen Plus an Lebensqualität und Teilhabe zu verhelfen.«
STUDIEN
Studie: Schwerhörige Menschen kaum sichtbar
Eine von YouGov im Auftrag von GN Hearing durchgeführte Studie hat »eklatante Mängel bei Darstellung von Hörverlust in den Medien« zutage gefördert. Das schreibt GN Hearing in einer am Welttag des Hörens veröffentlichten Pressemitteilung.
Demnach sind »Millionen Menschen in der medialen Darstellung nicht ausreichend repräsentiert«. Schließlich hat bei der jüngsten EuroTrak-Studie jeder zehnte Befragte angegeben, bei sich selbst eine geminderte Hörfähigkeit bemerkt zu haben. Allein: In der öffentlichen Wahrnehmung kommen das Thema Hörverlust oder das Tragen von Hörgeräten kaum vor. Viele der von dem Meinungsforschungsinstitut YouGov für die Studie Befragten hätten angegeben, sich nicht daran erinnern zu können, wann sie je Menschen mit Hörgeräten in den Medien gesehen hätten – es sei denn, die Berichterstattung hatte Hörverlust explizit zum Thema. Und wenn doch mal Menschen mit Hörverlust gezeigt werden, sei deren Darstellung »unrealistisch«, so dass »wichtige Aspekte ihres Lebens falsch wiedergegeben« würden, monierten drei Viertel der für die Studie Befragten außerdem. So würden Schwerhörige, wenn, dann oft als gebrechlich oder abhängig gezeigt. Rund ein Viertel der Befragten fand diese Darstellung selten oder gar nicht glaubwürdig. Nur jeder Zehnte fand die Darstellung sehr oft glaubwürdig.
»Diese eklatanten Mängel beobachten wir weltweit und auch in der deutschen Medienlandschaft«, so Sebastian Rosendahl, Marketing-Manager DACH für GN Hearing. »Völlig veraltetes Bildmaterial, klischeehafte Darstellungen und eine generelle Unsichtbarkeit in den Medien sind keine Kleinigkeit. Sie können Einstellungen zum Thema Hörsystem prägen. Und sie können Menschen davon abhalten, sich frühzeitig Hilfe zu suchen, wenn das eigene Gehör nachlässt. Uns liegt sehr daran, dass alte Vorurteile zu technischen Hörhilfen sowie zum Leben mit Hörverlust verschwinden, und dass ein gesellschaftliches Umfeld entsteht, in dem das Tragen von Hörsystemen als Zeichen von Selbstbestimmung wahrgenommen wird.«
Des Themas zeitgemäße Darstellung von Hörverlust hat sich GN Hearing bekanntlich mit der Kampagne »The New Norm« angenommen. Anlässlich des Welttags des Hörens hat der Hersteller die Bibliothek um weitere »authentische Bilder« von Menschen mit Hörverlust erweitert. Die Fotos stellt GN Hearing interessierten Medien kostenfrei auf https://unsplash.com/@gnhearingglobal zum Download zur Verfügung.
»Insbesondere Journalistinnen und Journalisten möchten wir ausdrücklich einladen, die neuen Motive von >The New Norm< zu nutzen, um das Leben mit Hörverlust künftig noch mehr und vor allem zeitgemäß ins Bild zu setzen und mit uns gemeinsam die Stigmatisierung technischer Hörhilfen abzubauen«, so noch einmal Sebastian Rosendahl. »Gleichzeitig sind wir uns sehr darüber im Klaren, dass Hörsysteme vielleicht auch deshalb oft nicht wahrgenommen werden, weil sie heute so klein und unscheinbar sind. Umso wichtiger ist es, Medien mit Bildmaterial zu unterstützen, das ein realistisches Bild vom modernen Leben mit aktuellen Hörsystemen vermittelt.«

TINNITUS
Tinnitus beeinträchtigt die Arbeitsfähigkeit von Millionen
Zwei aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen, wie viele Menschen durch Tinnitus in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sind. Eine jüngst in Brain Sciences veröffentlichte Studie untersuchte 449 Menschen mit Tinnitus. 11 Prozent von ihnen haben aufgrund von Tinnitus ihre Arbeitszeit verkürzt. 7 Prozent haben ganz aufgehört zu arbeiten, und 1 Prozent haben einen Behindertenstatus.
Nun mögen diese Zahlen für sich genommen erst einmal gar nicht so dramatisch klingen. Doch wenn wir sie hochrechnen auf sämtliche von Tinnitus betroffenen in Deutschland, ergibt sich ein besorgniserregendes Bild. Schätzungen zufolge sind 15 Prozent der Bevölkerung von Tinnitus betroffen, das sind mehr als 12,5 Millionen Menschen. Wenn von diesen 11 Prozent aufgrund von Tinnitus ihre Arbeitszeit verkürzt haben, geht es um eine Population von rund 1,4 Millionen Menschen. Wenn außerdem 7 Prozent ihre Arbeit ganz aufgegeben haben, sind das auch noch einmal 880.000 Menschen, zuzüglich 125.000 Menschen, die durch die psychischen Folgen des Tinnitus als behindert gelten. Wenn diese Rechnung unserer Redaktion stimmt, dürften in Deutschland rund 2,3 Millionen Menschen durch Phantomgeräusche in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein.
Eine Berufsgruppe ist besonders betroffen, wie eine ebenfalls aktuelle Studie der American Academy of Otolaryngology – Head and Neck Surgery ergab, nämlich Musiker. Laut der Studie sind fast 43 Prozent von Ihnen von Tinnitus betroffen, im Vergleich zu 13 Prozent bei anderen Berufsgruppen. Weniger als die Hälfte der Musiker benutzt laut dieser Studie regelmäßig einen Gehörschutz. Die Hörakustikbranche ist also gefragt, hier mit Rat und Tat beiseitezustehen und Musikern beispielsweise maßgefertigten Gehörschutz oder maßgefertigte In-Ear-Kopfhörer anzupassen.
