»Hörgeräte sind für mich eine neue Welt, die ich spannend finde«

Johannes Bourtzos ist Hörberater bei den HörPartnern in Bad Berleburg (NRW)
Von Martin Schaarschmidt / Foto: HörPartner
Auch in der Hörakustik gehört der Mangel an qualifizierten Fachkräften aktuell zu den größten Herausforderungen. Eine Möglichkeit, dem zu begegnen, können Quereinsteiger sein, die Meister und Gesellen entlasten. Die HörPartner, ein führender Hörakustik-Anbieter mit regionalem Schwerpunkt in Berlin und Brandenburg sowie weiteren Standorten in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg, verfolgen hier mit Erfolg ein eigens entwickeltes Konzept (OMNIdirekt #50). Zu den rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehören zahlreiche Hörberaterinnen und Hörberater, denen die HörPartner vielfältige Entwicklungsperspektiven bieten. Zu ihnen zählt auch Johannes Bourtzos, der das HörPartner-Team in der Poststraße 24 in Bad Berleburg (NRW) seit einigen Monaten verstärkt. Wir trafen ihn zum Interview.
Herr Bourtzos, Sie arbeiten seit einiger Zeit als Hörberater bei den HörPartnern. Könnten Sie sich unseren Lesern bitte kurz vorstellen?
Gerne. Ich bin gelernter Einzelhandelskaufmann und 37 Jahre alt. Aufgewachsen bin ich in Frankfurt (Main), wo ich auch die meiste Zeit meines Lebens gearbeitet habe – nicht in der Hörakustik, sondern im Bereich Spielwaren. Bis vor kurzem habe ich Modelleisenbahnen verkauft. Doch dann hat sich der Liebe wegen vieles bei mir verändert. Ich bin nach Bad Laasphe umgezogen. Und ich bin nun Hörberater bei den HörPartnern. Ansonsten mag ich Sport. Nach meiner Arbeit bewege ich mich gerne und bin viel an der frischen Luft unterwegs. Aber ich koche auch gerne oder treffe mich mit Freunden, um gemeinsam was zu unternehmen.
Ist es nicht ein großer Unterschied, ob man Kunden berät, die Spielsachen kaufen, oder solche, die Hörgeräte brauchen?
Manches ist gar nicht so verschieden. Spielwaren werden ja von fast allen Altersgruppen gekauft. Und im Bereich Modelleisenbahnen, in dem ich tätig war, sind die meisten Kunden zwischen 50 und 80 – also eigentlich so, wie jetzt bei uns im Geschäft. In meiner früheren Kundenberatung habe ich viele Erfahrungen gesammelt, die ich auch heute nutzen kann. Aber vieles ist auch neu für mich. Hörgeräte sind moderne Medizinprodukte, die besseres Verstehen und mehr Lebensqualität ermöglichen. Das ist natürlich etwas anderes als elektrische Eisenbahnen. Doch es gibt auch Parallelen.
Welche sind das?
Es geht in beiden Fällen um Technik, die nicht immer leicht zu verstehen ist. Und die Technik entwickelt sich weiter – also gibt es immer neue Dinge. Da ist es wichtig, dass man sich auf jeden Kunden einstellt und alles so erklärt, dass der andere wirklich versteht – nicht zu schnell, mit Geduld. Schließlich wollen die Kunden gut informiert sein. Gerade ältere Kunden nehmen sich dafür gern Zeit. Dann nehme ich mir diese Zeit natürlich auch. Alle sollen sich gut aufgehoben fühlen.
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Wir erleben Sie Ihre neue Aufgabe?
Die ersten Monate waren schon eine Umstellung. Es gab viele neue Eindrücke und ich lerne immer noch weiter. Wir sind zu dritt in der Filiale. Franziska Wirwahn, die Hörakustikmeisterin, die Hörakustikerin Sonja Althaus und ich. Ich habe vor allem administrative Aufgaben, empfange die Kunden, nehme die Anrufe entgegen, stimme die Termine ab, mache viel Büroarbeit am Computer, sorge dafür, dass im Geschäft alles in Schuss und sauber ist. Ich bin der erste, auf den man trifft, wenn man zu uns kommt. Ich manage sozusagen alles, damit die anderen ausreichend Zeit für die Hörmessungen und die Hörgeräte-Anpassung haben. Ich kümmere mich auch um die Hörtechnik, übernehme kleine Reparaturen, reinige die Geräte der Kunden oder lade die Akkus auf. Aufgaben in der Kundenberatung übernehme ich erst nach und nach. Die moderne Medizintechnik, die ganzen Regelungen mit den Krankenkassen, das Gesundheitssystem… – es gibt viele Aspekte, die man erstmal verstehen muss. Wie gesagt, da lerne ich immer noch viel. Im November war ich für eine Woche im Schulungszentrum der HörPartner in Berlin. Da haben wir geübt, wie man Hörmessungen macht, wie man Defekte in der Technik erkennt und, und, und. Hörgeräte sind für mich schon eine neue Welt. Aber eine Welt, die ich spannend finde.
Wie sind die HörPartner als Unternehmen?
Sehr angenehm. Wenn ich Fragen habe, sind die Kolleginnen immer da. Ich fühle mich gut aufgehoben; da bin ich positiv überrascht. Mit den Teams der anderen Filialen bin ich oft telefonisch im Kontakt. Auch da wird mir immer geholfen. Und Hans Otto Kober, unser Hörakustikmeister aus Korbach, kommt immer mal zu uns; dann tauschen wir uns über die Arbeit aus.
Was reizt Sie bei der Arbeit am meisten?
Im Moment, wie man Hörtests macht. Das habe ich jetzt mit meiner Kollegin trainiert. Man kennt das ja, wenn der Arzt solche Messungen vornimmt. Sitzt man jedoch auf der anderen Seite des Tisches, ist die Situation ganz anders. Mir war vorher nicht klar, wie aufwändig das ist, und auf was man da alles achten muss. Man lernt das nicht von heute auf morgen. Aber ich arbeite darauf hin, es richtig gut zu können.
Was ist denn beim Umgang mit Hörgeräte-Kunden besonders wichtig?
Ihnen zu vermitteln, dass es eine Alternative gibt. Man muss den Hörverlust nicht hinnehmen – und auch nicht die vielen Probleme, die mit ihm einhergehen. Sicherlich bekommt man nicht zu 100 Prozent das frühere Gehör zurück. Doch wenn die Technik gut angepasst wird, hört man wieder sehr viel besser. Und man gewinnt viel Lebensqualität zurück. Das ist der entscheidende Punkt, an den wir HörPartner gemeinsam mit jedem Kunden kommen wollen.
Herr Bourtzos, vielen Dank für das interessante Gespräch.
